Aufbruchstimmung

mio02-2013> Eine Welt im Wandel

Von 1713 bis heute: Das Konzept der Nachhaltigkeit in der Wirtschaft hat einen langen Weg hinter sich und feiert in diesem Jahr 400. Geburtstag. Ein Überblick.

Unser Planet ist unser Zuhause, unser einziges Zuhause. Wo sollen wir denn hingehen, wenn wir ihn zerstören – Dalai Lama. Die Welt ist in Aufbruchstimmung.

Die Zeichen stehen auf Veränderung.

Globale Probleme wie Klimawandel, Ressourcenübernutzung, Artensterben, Massenkonsum, Wegwerfverhalten oder Verteilungsgerechtigkeit zwingen uns und künftige Generationen zum Umdenken. Das Bemühen um eine nachhaltige Zukunft fordert erfolgreich gestaltete Transformationsprozesse und -strategien in vielerlei Hinsicht, um die Regenerationsfähigkeit aller natürlichen Ressourcen dauerhaft zu gewährleisten.

Es tut sich was.

Konsumenten sind auf dem besten Weg ihr Kaufverhalten zu verändern. Sie lechzen geradezu nach moralischer Verantwortung, nach Gerechtigkeit und ideelen statt materiellen Werten, nach fairen Produkten. Sie wissen, dass die Kartoffeln vom Biobauern einfach besser schmecken. Sie wissen, dass CO2-Ausstoß und Wasserverbrauch reduziert werden müssen – der Umwelt zuliebe. Doch für einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel reicht das bei Weitem nicht aus. Nachhaltigkeit ist mehr. Viel mehr.

Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit so aktuell wie nie durch alle Kommunikationskanäle wabert, in seiner Grundidee ist es fast so alt wie die Menschheit selbst. Das Prinzip ist einfach und logisch: „Es soll nicht mehr von etwas verbraucht werden, als vorhanden ist, um die Grundlagen für zukünftige Generationen aufrechtzuerhalten“, steht im digitalen Lexikon der Nachhaltigkeit unter dem Stichwort Begriffsentwicklung geschrieben. Der ökonomische Ansatz, dem darin Ausdruck verliehen wird, ist jedoch nur ein Teilbereich des so genannten Nachhaltigkeitsmodells, das auf insgesamt drei Säulen steht. Hinzu kommen der ökologische Gedanke, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben, sowie der soziale, der den Umgang mit dem Menschen und Aspekte wie Sicherung der Grundbedürfnisse, Armutsbekämpfung, Chancengleichheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Entfaltung der Persönlichkeit und die Teilnahme an Entscheidungsprozessen impliziert. Nur durch die gleichzeitige und gleichberechtigte Realisierung aller drei Säulenbereiche können Hebel in Bewegung gesetzt werden, die neue Impulse in Richtung Nachhaltigkeit schaffen – auch auf Seite der Unternehmen.

Wurde lange Zeit die Leistung eines Unternehmens vom finanziellen Erfolg abhängig gemacht, gelten heute andere Maßstäbe. Der verantwortungsbewusste Umgang mit knappen Ressourcen, die kohärente Reduzierung von Umweltauswirkungen sowie die Sozialverantwortung in der Gesellschaft und innerhalb der eigenen Betriebsabläufe sind elementare Faktoren wirtschaftlichen Handelns, die immer häufiger den Weg in langfristige Wachstumsstrategien der Chefetagen finden.

So genannte Nachhaltigkeitsabteilungen, auch Corporate-Social-Responsibility-Abteilungen genannt, sollen helfen, potenzielle Risiken ökonomischer, ökologischer und sozialer Defizite zu erkennen, Prioritäten zu setzen und adäquate Lösungen in allen Teilbereichen der Wertschöpfungskette konsequent umzusetzen. Zahlreiche Unternehmen begreifen die Implementierung gut durchdachter Nachhaltigkeitsprogramme als eine wertvolle Chance zur Gewinnmaximierung und Marktsteigerung – die nicht zwangsläufig was kosten muss: Durch ökologische Synergien können ökonomische Vorteile entstehen – und zwar nachhaltig.

Die Unternehmerwelt im Wandel.

In Zeiten von Globalisierung und Verbraucher- Emanzipation werden die Unternehmen zukünftig nicht mehr auf ehrliches nachhaltiges Engagement verzichten, um dauerhaft schwarze Zahlen zu schreiben und nicht gleichzeitig verseuchtes Wasser oder verpestete Luft auf unserem Planeten zu hinterlassen. Viele meistern bereits erfolgreich den Spagat zwischen sauberem Gewissen und Gewinnorientierung, was sie so zu Vorreitern im hart umkämpften Markt werden lässt.


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