Authentizität schafft Nachhaltigkeit!

mio02-2013> Nachhaltigkeitsprinzipien

Wussten Sie, dass ein Aufkleber »Aus der Region« für 82 Prozent der Konsumenten ein echtes Kaufkriterium darstellt?

Nachhaltigkeit als Handlungsgrundsatz zur Nutzung und Erhaltung von Ressourcen ist durch verantwortungsvolles Handeln gegenüber der Umwelt gekennzeichnet. Nachhaltigkeitsprinzipien verändern daher nicht nur Energiekonzepte und Geschäftsmodelle, sondern auch den Umgang mit der „Ressource“ Mensch. Führungskräfte sind in Unternehmen der Schlüssel zur gelebten Nachhaltigkeit. Denn im Umgang mit Menschen führt nur ein Weg zur wirklichen Nachhaltigkeit: Authentizität.

Zwischenmenschliche Interaktion ist erfolgsentscheidend

Wenn die Ressourcenbalance als Schlüsselprinzip des Unternehmens verstanden wird, müssen alle Teile des Systems, aber vor allem die Menschen in Balance sein. Grundsätzlich ist es daher richtig, wie in den anderen Funktionsbereichen des Unternehmens auch im Personalmanagement zu fragen, welche Anforderungen Nachhaltigkeit mit sich bringt. Doch die Optimierung von Personalprozessen, der Personalbetreuung und dem Personalmarketing reicht nicht aus, um Nachhaltigkeit erreichen zu können. Einen wirklich nachhaltigen Umgang mit ihrer wertvollsten Ressource, den Mitarbeitern, erreichen nur Unternehmen, die zwischenmenschliche Interaktion als elementar wertbringend sehen. Unternehmen, denen bewusst ist, dass jedes Verhalten ihrer Führungskräfte erfolgsentscheidend ist.

Strategisches Personalmanagement schafft Nachhaltigkeit

Das soll nicht heißen, dass im Bereich des Personalmanagements der Gedanke der Nachhaltigkeit vernachlässigt und auf den Schultern der Führungskräfte abgeladen werden kann. Natürlich benötigen Unternehmen eine gute und werthaltige Personalarbeit sowie Konzepte, die helfen, die Nutzung und Erhaltung der Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhöhen. Diese sollten eine klare Strategie haben und von Fachexperten entwickelt werden. Nachhaltigkeit bedeutet darüber hinaus, die Regeneration von Ressourcen zu berücksichtigen, und bringt für das Personalmanagement Schlagworte wie Work-Life-Balance und Stressmanagement in den Fokus.

Nicht Hochglanzkampagnen, sondern Arbeitgeber zum Anfassen sind gefragt

Im Bereich des Personalmarketing ist unbedingt darauf zu achten, dass nichts anders dargestellt wird als es im Unternehmen wirklich ist. Denn Menschen verzeihen optimierungsbedürftige Prozesse, aber kennen kein Pardon, wenn ihr Vertrauen missbraucht wird. Arbeitgeber, die Dinge versprechen, die sie nicht halten (können), sei es bei den „hard facts“ wie den Arbeitsbedingungen oder bei der Unternehmens- und Führungskultur, manövrieren sich ins Aus. Denn potenzielle wie bestehende Mitarbeiter reagieren auf jeden Missbrauch ihres Vertrauens mit entsprechenden Konsequenzen. Neben einem grundlegend wertschätzenden Umgang mit den Menschen im Unternehmen ist die Ehrlichkeit eines Unternehmens somit wesentlich. Wir alle haben Ecken und Kanten. Mitarbeiter akzeptieren das, aber keine halbseidenen Werbekampagnen.

Führungskräfte müssen menschlich überzeugen

Neben dem Commitment zum Unternehmen fühlen sich Mitarbeiter im Idealfall ihren direkten Vorgesetzten verpflichtet. Doch auch diese müssen jedes in sie gesetzte Vertrauen verdienen und dürfen den Mitarbeiter nicht wiederholt enttäuschen. Dabei folgsam gemäß gelernter Führungsansätze und Gesprächsmodelle zu agieren, wird nicht den gewünschten Erfolg bringen. Nachhaltiges menschliches Miteinander basiert auf Echtheit und Authentizität. Genau hierfür haben Mitarbeiter auch sehr feine Antennen und merken schnell, wenn das Verhalten aufgesetzt ist oder den Hintergrund hat, sie vorsätzlich beeinflussen zu wollen. Authentisch zu sein und als Mensch zu überzeugen erfordert Offenheit und Mut, schafft aber einen wesentlichen Wert: Nachhaltigkeit.


Wem glaub ich was?

Fragt man den Durchschnittskonsumenten, finden Nachhaltigkeit und das ganze Drumherum eigentlich alle super. Aber werden die Versprechungen von Produzenten zu diesem Thema wirklich für bare Münze genommen?

Nicht jeder Hersteller-Claim zur Nachhaltigkeit von Produkten ist gleichermaßen glaubwürdig. So nehmen nur 51 Prozent der Menschen das Versprechen eines niedrigen CO2-Fußabdrucks ernst, während ein Aufkleber mit „Aus der Region“ stolze 82 Prozent der Konsumenten überzeugt. Die artgerechte Haltung ihrer Nutztiere kaufen immerhin 64 Prozent der Verbraucher den Produzenten ab.

Ist es die abstrakte Natur eines CO2-Fußabdrucks, die ihn so viel Konsumenten- Vertrauen kostet? Vielleicht sind glückliche Kühe auf der Weide einfach glaubwürdigere Zeugen ökologisch unbedenklicher Produktion. Vielleicht ist aber auch die Kommunikation der Hersteller bei komplexeren Themen nicht nah genug am Verbraucher und schöpft so ihre Potentiale noch nicht optimal aus. Wer weiß.

Quelle: Edelman, TheConsumerView. Bereitgestellt von statista.com


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