Faszination Regensburger Domspatzen

mio01-2015> Veranstaltungsrückblick

Selbst eine scheinbar schmucklose Probe des Domspatzenchors offenbart die Klasse der Regensburger Vorzeigemarke.

Die Mitglieder des Marketing Clubs bekamen beim Treffen am 11. Mai im Gymnasium in der Reichsstraße von Chormanager Christof Hartmann, Schulleiter Bertold Wahl und Chorleiter Roland Büchner musikalische wie strukturelle Einblicke in die traditionsreiche Welt der Domspatzen.„Es ist nicht nur ein Chor. Dahinter steckt ein ganzheitlicher pädagogischer Ansatz“, stellte Büchner zum Ende der Gesamtprobe fest, bei der der Marketing Club die Schlussviertelstunde miterleben durfte. „Die Buben lieben das Touren mit Konzerten und es macht auch mir eine Riesenfreude. Das Wichtigste aber ist, dass man zusammenwächst. Hier entsteht eine enge Gemeinschaft.“ Und diese Gemeinschaft muss intakt sein: Mit rund 180 Schülern ist das Internat der Domspatzen eines der größten in Deutschland, sogar das größte im Freistaat. Dazu werden ca. 120 Tagesschüler betreut, die von morgens bis abends im Haus sind. Sie alle haben feste Ansprechpartner, die sie auf ihrem Weg begleiten – miteinander auszukommen muss bei einer solchen Heterogenität der aufeinandertreffenden Charaktere richtig gelernt werden.

Das Konzept von Chor, Schule und Internat unter einem Dach ist einzigartig. Was in den letzten Jahren von deutschen Kultusministerien mühsam aufgebaut wurde, existiert hier seit gefühlten Ewigkeiten: Die Domspatzen sind Vorreiter in Sachen Ganztagsbetreuung. Jetzt gilt es, den Anschluss nicht zu verpassen, denn ein Selbstläufer ist die Glanzmarke Regensburgs längst nicht mehr. Dafür wird kräftig investiert: Für den Neu- und Umbau des Schulzentrums investiert das Bistum Regensburg rund 47,5 Millionen Euro. Das Gymnasium wird künftig auch einen natur-wissenschaftlich-technologischen Zweig anbieten.

Diese Bereiche sind bei jungen Schülern extrem -beliebt. Davon erhofft man sich auch deutschlandweite Aufmerksamkeit und eine Erhöhung der Attraktivität. Für ein besseres Image gibt es jetzt auch eine neue Homepage und Broschüren, die das Konzept weiter publik machen sollen.Dabei weiß Schulleiter Wahl, dass sich die Domspatzen keineswegs verstecken müssen, im Gegenteil: „Wir haben die Stärken genau da, wo die Eltern sie wollen. Die individuelle Leistungsförderung ist der Mittelpunkt. Dazu steht das Musische in einer Symbiose mit der schulischen Ausbildung – in der probenintensiven Weihnachtszeit zum Beispiel nimmt sich die Schule komplett zurück.“ Für bessere Kompatibilität mit Geschwister-kindern habe man zudem die Sommerferien von fünf auf sechs Wochen erhöht. Das Problem sei der Boom der Realschulen, mit dem auch die Domspatzen zu kämpfen haben. „Deshalb denken wir vom Kind aus und fragen uns: Was braucht ein Schüler, der zu uns kommt?“, so Wahl weiter. Die Domspatzen bieten Ganztagsbetreuung, Instrumentalunterricht, Stimmbildung und Chor. Darüber hinaus überzeugen die Resultate. Seit Jahren liefern die Abiturienten der Domspatzen konstant bessere Abiturschnitte als männliche bayerische Abiturienten. Trumpfkarten für die Zukunft – für Schüler und Schule.

Die Domspatzen verstehen sich heute als eine moderne Weiterentwicklung einer traditionellen Institution, die es nur als Paket gibt: Schüler zu sein bedeutet automatisch auch, den Chor zu besuchen und umgekehrt. „Wir setzen auf eine Erziehung mit Herz und Verstand, die durch Sprache, Musik und Technik immer interessant bleiben muss“, resümierte Büchner. „Dieses ganze Geflecht und das enge Miteinander führen zu ungeheurem Teamgeist und damit auch zum Stolz und der Faszination, ein Domspatz zu sein.“


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