Flügel der Führungskräfte

mio01-2015> Veranstaltungsrückblick

Was wir von den Herrschern der Lüfte lernen können.

Beim Treffen des Marketing Clubs im Gut Grafenried gab Dr. Jasmin Balzereit von der Peringenio GmbH Einblicke in die Welt der Herrscher der Lüfte und davon abgeleitet wertvolle Impulse für den Umgang von und mit Führungspersönlichkeiten. Zwischen Möbeln aus vergangenen Jahrhunderten begleiteten im ehrwürdigen Rittersaal auch zwei gefiederte Gäste den Vortrag. Balzereit betonte, dass der Mensch sich aus technischer Sicht gern von der Natur inspirieren lasse – „warum also nicht auch im Verhalten?“ Als Anschauungsobjekte hatte die Unternehmensberaterin Fleckenuhu „Kamiri“ und Falkendame „Amirah“ mitgebracht.

Schon früh bei der Gewöhnung eines Vogels an den Menschen, dem so genannten „Abtragen“, muss dem Vogel Vertrauen und Respekt vermittelt werden. Das Tier soll verstehen, dass es immer auf die Faust des Falkners kommen kann, von der niemals eine Gefahr ausgeht. Eine Interaktion ist nur auf Augenhöhe möglich. Im Unternehmen könnte man sagen: Meine Tür steht Dir offen.

Eine Führungspersönlichkeit muss sich – 
wie auch ein Falkner – auf verschiedene Charaktere einstellen

Der Adler gilt als majestätisches Geschöpf, das stets entschlossen an Aufgaben herangeht. Wenn sich ein Adler etwas vornimmt, lässt er nicht mehr davon ab, geht mit Tunnelblick in den Sturzflug. Er weiß, was er kann, ist stolz und mutig. In seinen Fängen steckt fast doppelt so viel Kraft wie im Kiefer eines Hundes.

Geduld ist nicht die Stärke des Falken, dabei ist er sehr schlau und reaktionsstark. Er lernt ohne Wiederholung und ist mit 360 km/h im Sturzflug das schnellste Tier der Welt. Seine elegante und erhabene Art zeichnet ihn als Individualisten aus. Falken sind impulsiv handelnde Tiere, die durch Wendigkeit bestechen.

Die Eule ist ein gesellschaftsscheuer Einzelgänger, ein mystisches Wesen mit erstaunlichen Fähigkeiten. Nicht umsonst überbringen in der „Harry Potter“-Reihe ausgerechnet diese Tiere Nachrichten zwischen Magiern. Man sagt von ihnen, sie könnten „das Dunkle durchdringen“. Ihre Kraft liegt in der Überlegenheit, sie sind weise und gute Zuhörer.

Der Bussard sieht die Welt immer positiv. Seine ressourcenschonende Lebensweise macht ihn zu einem effizienten und unbeschwerten Lebewesen. Bussarde sind kreativ und immer offen für Neues. Gerne experimentieren sie und ihre kumpelhafte Art macht es ihnen leicht mit anderen gut auszukommen.

Haben Sie Sich oder Kollegen in einem der Charaktere erkannt?

Heutige Mitarbeiter verstehen sich zunehmend als Individualisten. Führung rein über Dominanz und Autorität funktioniert heute nicht mehr. Um einem ungeduldigen Falken oder einem stolzen Adler auf Augenhöhe zu begegnen, muss die Interaktion durch Wertschätzung und Authentizität gekennzeichnet sein. 

Führungspersönlichkeiten dürfen keine Angst vor Emotionen haben, denn nur wenn sie sich öffnen werden sie ihre Mitarbeiter mit ihrer Begeisterung anstecken und so die Basis für herausragende Leistungen schaffen. Dafür ist es wichtig, zu verstehen, was den Einzelnen im Unternehmen antreibt und wie man ihn mit wertigen Argumenten nachhaltig für seine Ideen begeistern kann.

Wie der Greifvogel seinen gesamten Lebensraum überblickt, wenn er durch die Lüfte gleitet, müsse eine Führungspersönlichkeit Situationen neu bewerten, indem sie hin und wieder aus der Entfernung darauf blickt, erklärte Balzereit. „Raum und Zeit für Reflexion, dafür steht auch der prüfende Blick des Uhus.“


Empfehlen Sie uns weiter

© 2018 mio-magazin.de ist eine Website des Marketing Clubs Regensburg e.V.