Grüner Strom aus bunten Wäldern

mio02-2013> Ostwind

14 Windenergieanlagen im Wald-Windpark Paintner Forst sollen zukünftig unzählige Haushalte in Regensburg und Kelheim mit klimafreundlichem Strom versorgen.

Windkraft im Wald - neue Potenziale für eine nachhaltige Energieversorgung. Die technische Entwicklung moderner Windkraftanlagen macht heute Nabenhöhen von weit über 100 Metern möglich. Dies erlaubt die Nutzung dauerhafter Windströmungen in größeren Höhenlagen und oberhalb rauer Oberflächen, wie sie unsere Waldregionen bieten. Gleichzeitig werden diese Standorte immer wichtiger, um die Klimaziele zu erfüllen und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten – langfristig zu 100 % aus dezentralen und erneuerbaren Quellen.

Der Mensch nutzt den Wind seit Jahrtausenden, zum Beispiel zum Antrieb von Segelschiffen oder Windmühlen. Heute wird die natürliche Kraft des Windes mit Hilfe modernster Technologie in elektrische Energie umgewandelt. In Deutschland decken die derzeit rund 23.000 Windkraftanlagen zwischen sieben und acht Prozent unseres gesamten Stromverbrauchs ab. Sie liefern den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und helfen so, rund 35 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 zu vermeiden.

High-Tech zwischen Himmel und Erde

Moderne Windkrafträder funktionieren – anders als frühere Windmühlen – nach dem Auftriebsprinzip: Beim Vorbeiströmen an den Rotorblättern erzeugt der Wind einen Auftrieb – ähnlich wie bei einem Flugzeug. Dadurch rotieren die Flügel und nutzen so die Energie des Windes. Bereits bei einer leichten Brise beginnt die Anlage zu arbeiten. Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, verachtfacht sich die Leistung!

Wald-Energie

Der Wald ist von jeher wichtiger Energiespeicher und -lieferant. Holz ist gespeicherte Sonnenenergie! Auf einem Hektar Wald wachsen jährlich sechs Festmeter Holz nach. Würde man dieses Holz verbrennen, ließen sich 1.800 Liter Heizöl ersetzen. Mit der Windenergie steht jetzt über den Baumkronen eine zusätzliche regenerative Ressource zur Verfügung, die nur minimale Flächen benötigt. Im Umfeld einer Windkraftanlage bleibt der Wald vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Erholungsgebiet für uns Menschen.

Mit gutem Beispiel voran Für den Bau neuer Windparks im Wald können meist vorhandene Forstwege genutzt werden. Das minimiert die benötigte Fläche. Dort, wo die Wege verbreitert werden, entstehen später neue Waldinnenränder. Diese entwickeln sich in kurzer Zeit zu bunten, artenreichen Blühstreifen und erhöhen die ökologische Vielfalt. Die größten Freiflächen, die erforderlich werden, sind die Kranstellflächen. Da diese nicht versiegelt werden, sind sie die Grundlage für Magerrasenfluren mit natürlicher Begrünung (Sukzession).

Energie mit Weitblick

OSTWIND-Projekte wie der Windpark Fasanerie im Frankenwald, der Wald-Windpark Zieger im Landkreis Neumarkt/Opf. oder der erste Windpark im Landkreis Regensburg gelten heute als Leuchtturmvorhaben für die Energiewende in Bayern. Sie bringen frischen Wind in die Region, beleben die lokalen Wirtschaftskreisläufe, schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen heimische Wertschöpfung. Damit erschließt die Windenergie im Wald stabile Erträge auch in „stürmischen“ Zeiten und sichert nachhaltig die Wirtschaftlichkeit unserer Wälder.

Wind + Wald = Klimaschutz2

Eine moderne Windkraftanlage im Wald fußt auf einem über 1.000 Tonnen schweren Stahlbetonfundament, hat eine Nabenhöhe von rund 140 m und einen Rotordurchmesser von weit mehr als 100 m. Rückgrat für den Öko-Strom „made in Bavaria“ bildet die aktuelle 3-Megawatt-Leistungsklasse. Eine solche Anlage liefert Strom für 2.500 Haushalte und spart pro Jahr etwa 5.600 Tonnen CO2 ein. So sorgen Wind und Wald für mehr Energie und Klimaschutz.

Wald-Windpark Paintner Forst

Ein Musterbeispiel für die großen Chancen, aber auch die hohen Ansprüche, die der Ausbau der Windenergie in Bayern mit sich bringt, ist das OSTWIND-Projekt Paintner Forst im Landkreis Kelheim. Noch im 17. Jahrhundert war der Paintner Forst überwiegend mit Buchenwäldern bestockt. Buchenholz war der gefragte Rohstoff (Pottasche) und Energieträger für die Glasindustrie. Kein Wunder, dass der Kurfürst von Pfalz- Neuburg in dem holzreichen Waldgebiet mehrere Glashütten ansiedelte, so in Painten (1630), Rothenbügl (1665) und Viergstetten (1778). Aber bereits um 1800 waren nahezu alle Buchenwälder im Paintner Forst verschwunden. In der Folgezeit wurden diese kahlgeschlagenen und übernutzten Waldflächen mit Fichte und Kiefer wieder aufgeforstet. Noch heute ist der Paintner Forst von Nadelholz dominiert. Erst seit rund 40 Jahren werden die Fichten- und Kiefernbestände auf großer Fläche mit Laubhölzern unterpflanzt. Was wird aus unseren Wäldern, wenn die fossilen Brennstoffe in den nächsten Jahrzehnten zur Neige gehen? Droht wieder eine Übernutzung? Die Windenergie kann helfen, das zu verhindern. So erwächst eine neue Wald-Vision: In Mischbeständen gedeiht umweltfreundliches Holz, darüber erzeugen Windkraftanlagen im „2. Stock“ saubere Energie! Der von der Regensburger OSTWIND-Gruppe geplante Wald-Windpark Paintner Forst mit bis zu 14 Windenergieanlagen kann etwa 30.000 Haushalte der Landkreise Kelheim und Regensburg mit klimafreundlichem Strom aus heimischen Energiequellen versorgen.


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