Marketing im Wandel der Zeit

mio01-2015> Ein Blick zurück

40 Jahre wird der Marketing Club Regensburg in diesem Jahr alt. Vier Jahrzehnte – eine Zeit, in der sich das Marketing grundlegend gewandelt hat. Jacqueline Heimgärtner, Präsidentin des Marketing Clubs Regensburg, sieht von allen Veränderungen die Digitalisierung als die größte Herausforderung der Gegenwart und Zukunft.

Als sie in die Branche einstieg, waren die Bereiche Marketing und Werbung noch handwerklicher ausgerichtet: „Anfang der 80er Jahre haben wir in der Grafik zum Beispiel noch mit Bleisatz gearbeitet“, erzählt die Präsidentin. „Damals wurde noch sehr viel in Handarbeit gezeichnet und illustriert und nicht wie heute am Computer gearbeitet“.

Thomas Zink, Geschäftsführer des Donau-Einkaufszentrum (DEZ) sieht ebenfalls den digitalen Wandel als größte Veränderung, der das Marketing im Laufe der Zeit unterworfen war. „Früher dominierte die Print-Werbung, heute wandern große Etats in den Onlinebereich“, erläutert Zink. Auch beim DEZ, das eines der Gründungsmitglieder des Marketing Clubs ist, sei das so. Wenngleich der Stellenwert der digitalen Werbung immer mehr zunimmt, so ist Zink dennoch von der Wirkung der klassischen Werbung überzeugt: „Es ist immer noch wichtig, auch auf der Straße präsent zu sein und nicht nur in digitalen Formaten“, sagt der Geschäftsführer des DEZ.

Beim SSV Jahn Regensburg, seit Ende vergangenen Jahres Mitglied beim Marketing Club, sieht man ebenfalls einen Wandel in der Marketingwelt: „Früher hat man einfach nur eine Bandenwerbung aufgestellt, mittlerweile gibt es integrierte Kampagnen, die über viele Medienkanäle verbreitet werden“, sagt Philipp Hausner, der beim Jahn im Bereich Vermarktung für die Geschäftskunden zuständig ist.

Heimgärtner berichtet, dass sich auch hinsichtlich der Zielgruppen und deren Verhalten im Laufe der Zeit einiges verändert habe. „Wenn man mittlerweile 50 Prozent Single-Haushalte hat, dann kann man nicht mehr nur familienbezogene Werbung machen“, erläutert sie. Marketing sei eine Branche, die sehr stark auf die Gesellschaft reagieren müsse.

Man muss sich den veränderten Wünschen und Bedürfnisse der Zielgruppen annehmen. Das Marketing müsse sich Gedanken machen, wie und an wem man sein Produkt verkauft. Das Marketing bereitet den Boden für die Werbung. Die dann wiederum die Ernte einfährt. Zink hingegen sieht den Wandel der Zielgruppen nicht so dramatisch. „Ich denke die Herausforderung besteht vielmehr darin, herauszufinden, wie und wo sich die betreffende Zielgruppe informiert“, sagt Zink.

Die technischen Veränderungen haben die Ansprüche an das Marketing von Grund auf verändert: „Es ist alles viel schnelllebiger geworden“, sagt Heimgärtner. Diese Tatsache stelle Marketing-Experten vor eine große Herausforderung: „Man muss sich permanent mit den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigen und sich mit ihnen auseinandersetzen“, erläutert die Präsidentin. Auch Zink beobachtet diese zunehmende Schnelligkeit der Branche: „Wenn man früher eine Anzeige schalten wollte, hatte man einen gewissen Vorlauf“, so der Geschäftsführer. Heutzutage hingegen sei es möglich, in kurzer Zeit eine Anzeige zu entwerfen und zu veröffentlichen. „Das erzeugt natürlich eine gewisse Hektik“, sagt Zink.

Für die Zukunft geht Heimgärtner davon aus, dass sich die anzusprechenden Märkte noch mehr aufspalten werden. „Die Herausforderung besteht darin, auf immer kleinere Interessengruppen eingehen zu müssen“, erläutert sie. Das traditionelle Marketing konnte früher wesentlich breiter streuen. Heimgärtner erklärt diese Entwicklung am Beispiel der Fernsehwerbung: „Früher gab es nur drei Programme. So konnte man mit einer einzigen Werbung viele Menschen erreichen.“ Heute müsse man sich durch die unzähligen Angebote, die es auch über das Internet gibt, viel stärker damit auseinandersetzen, wo man wen erreichen kann.

Zink erachtet eine Zukunftsprognose generell als schwierig: „Es ist schwer vorauszusagen, wie sich das Marketing weiterentwickelt“, räumt der DEZ-Geschäftsführer ein. Dies sei der rasanten Entwicklung im Marketing-Bereich geschuldet.

Angesichts des schnellen Wandels, den das Marketing im Laufe der Zeit durchlebt und wohl auch weiterhin durchleben wird, stelle der Marketing Club eine Konstante dar, auf die sich die Firmen in der Region verlassen könnten, versichert Heimgärtner. 

„Wir haben eine transparente Struktur und es ist klar, was wir anbieten.“, sagt die Präsidentin. Nämlich den Mitgliedern ein Netzwerk, in dem man einen gegenseitigen Austausch in Marketingfragen suchen kann. Zink sieht das ähnlich: „Es besteht ein gegenseitiger Gedankenaustausch darüber, welche Tendenzen es gibt und wohin sich das Marketing entwickelt“, berichtet der Geschäftsführer des DEZ. „Es ist einfach so, dass jeder von jedem ein bisschen profitiert.“ Deswegen hat man sich auch beim SSV Jahn Regensburg zur Mitgliedschaft beim Marketing Club entschieden: „Durch die Mitgliedschaft haben wir die Möglichkeit, in den Austausch des Marketingnetzwerks Regensburg zu kommen“, sagt Hausner. „Ich denke, im Marketing sollte man immer den Blick auf andere Branchen haben“, erläutert er. -Dank des Miteinanders sind die Mitglieder des Marketing Clubs auch für die Zukunft gut gerüstet.


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