Regionalmarketing Oberpfalz

mio01-2015> Veranstaltungsrückblick

Südtirol hat es vorgemacht – nun soll auch die Oberpfalz eine bekannte Regionen-Dachmarke werden. Aus diesem Anlass hatte der Marketing Club Regensburg am 13.04. in den Regierungssitz am Emmeramsplatz geladen.

Die Oberpfalz ist eine aufstrebende Region: wirtschaftliche Stabilität, viele innovative Firmen, die auch am Weltmarkt etabliert sind und gemeinsam mit den Niederbayern die niedrigsten Arbeitslosenzahlen im Freistaat. Darüber hinaus wurde sie als eine der gründerfreundlichsten Regionen Deutschlands ausgezeichnet, gehört laut einer Studie des Zukunftsinstituts „Deutschland 2020“ zu den 13 Regionen mit dem größten Zukunftspotential. Das Aushängeschild -Regensburg wächst stetig. Und doch droht der demographische Wandel erhebliche Schäden anzurichten. Insbesondere die nördliche Oberpfalz wird schwer getroffen, innerhalb der kommenden 15 Jahre ist dort mit einem Bevölkerungsschwund von etwa 7,5 Prozent zu rechnen (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik). Nicht nur, aber auch daraus resultiert eines der Hauptprobleme am künftigen Arbeitsmarkt: der Fachkräftemangel.

Der Verein Regionalmarketing Oberpfalz in Ostbayern e.V. hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Oberpfalz intern wie extern gezielt zu vermarkten. Hierbei sollen besonders die „Kompetenzen der Region […] als Lebensraum und Wirtschaftsstandort“ hervorgehoben werden, erklärte Geschäftsführer Christoph Aschenbrenner. Dies sei wichtig, da die Regionen in Sektoren wie Tourismus, Unternehmen und Bevölkerung miteinander im Wettbewerb stünden. Bevölkerung – also Fachkräfte und ihre Familien. „In Zeiten der Wirtschaftskrise hat kaum jemand verstanden, wie wichtig es ist, eine gute und nachhaltige Arbeitgebermarke aufzubauen“, sagte anschließend Peter Böttger, Geschäftsführer der Agentur augenmaß.

Trotz idealer Bedingungen weitgehend unbekannt

Umfragen zeigen: dem Oberpfälzer gefällt es daheim. Damit kann man arbeiten. Bei einer deutschlandweiten Befragung ordneten allerdings nur drei (!) Prozent die Oberpfalz in Bayern ein.
Weil niemand einen Bezug hat. „Was fällt ihnen zur Oberpfalz ein?“, lautete eine Frage. 56 Prozent antworteten wahrheitsgetreu: nichts.

Doch Analysen belegen, dass die Oberpfalz abgesehen von der (noch) ausbaufähigen Infrastruktur alle Kriterien für einen attraktiven Lebens- und Arbeitsraum erfüllt. „Wir haben die hervorragenden Voraussetzungen“, meinte Böttger. „Das Problem ist, es weiß keiner!“

Böttger hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Jörg Schleburg von der Werbeagentur Von Vorteil ein neues Markenkonzept für die Region entwickelt. Da man den Fachkräftebedarf nicht intern lösen könne, brauche man Menschen von außerhalb. „Wir wollen eine Heimat schaffen, nicht einen vorübergehenden Standort“, führte Schleburg aus. Besonders junge und abwanderungswillige Familien aus Regionen mit hohen Arbeitslosenzahlen sollen angesprochen werden, aber auch die Oberpfälzer selbst als Multiplikatoren. 

Unternehmen müssen mit anpacken

Das Regionalmarketing Oberpfalz e.v. arbeitet an einer langfristigen Etablierung der Region als Marke, bietet Mitgliedervernetzung und bringt Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zusammen. „Wir als Verein können aber nicht alles stemmen“, sagte Aschenbrenner zum Abschluss. Unternehmen müssten sich Gedanken machen, wie sie sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren können. 

Arbeitgeber suchen Fachkräfte – Fachkräfte brauchen eine Heimat. Und da kann die Oberpfalz in puncto Lebenshaltungskosten, Jobquantität und natürlicher Umgebung locker mit Südtirol mithalten.


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