Schluss mit dem Wachstums-Wahn!

mio01-2014> Wachstums Wahn

Ein lehrreicher wie unterhaltsamer Vortrag über die Grenzen des Größerwerdens im REWAG-Gasometer.

Das Thema „Nachhaltiges Wirtschaftswachstum“ oder „Postwachstumsökonomie“ ist gerade in Zeiten überwundener und wieder bevorstehender Krisen so aktuell wie zeitlos. Professor Dr. Niko Paech, der einen Lehrstuhl an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg unterhält, gilt bundesweit als gefragter Experte auf diesem Gebiet. Auf Einladung des Marketing-Clubs Regensburg hielt der Professor einen äußerst informativen, aber auch humorvollen Vortrag im historischen Reinigergebäude der REWAG. 

Schon bei der Begrüßung stimmte Hausherr und REWAG-Prokurist Karl Wolfgang Brunner die Mitglieder des Marketing-Clubs auf einen erkenntnisreichen und kurzweiligen Abend im Zeichen nachhaltiger Ökonomie ein. „So können wir nicht weitermachen. Wir müssen uns vom Überfluss befreien. Andererseits heißt Reduktion nicht unbedingt Verzicht“, stellte Prof. Dr. Paech fest. Der Oldenburger Ökonomie-Experte legte erschreckende Zahlen auf den Tisch. So sei die psychische Wachstumsgrenze schon längst erreicht: Zwischen den Jahren 2000 und 2010 habe sich der Bedarf der arbeitenden Bevölkerung in der Bundesrepublik an Antidepressiva verdoppelt – obwohl das Bedarfsniveau schon 2001 besorgniserregend hoch war. 

 

Der Referent demonstrierte anschaulich, wie sensibel und fragil unser gesamtes, auf ständiges Wachstum ausgerichtetes, gesellschaftliches Leben ist. Gerade hinsichtlich aktueller Problematiken wie der Ressourcenverknappung und den allgegenwärtigen Finanzkrisen müsse endlich umgedacht werden – schließlich haben wir nur diese eine Erde als Wirtschafts- und vor allem Lebensraum. Dem Schutz der Ökosphäre müsse daher unbedingt Priorität gegenüber ökonomischen Interessen eingeräumt werden.Prof. Dr. Paech erklärte die auf permanentem Wachstum basierende Wirtschaftspolitik für gescheitert. Ein sehr plastisches und eindringliches Beispiel für die Grenzen von Wachstum und Aufnahmekapazität zeigte er anhand des menschlichen Gehirns auf: „Der menschliche Geist arbeite immer noch mit derselben ‚Software‘ wie in der Steinzeit, aber die Reize seien derart vielfältig geworden, dass unsere ‚Festplatte‘ – unser Gehirn – quasi überläuft.


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