Wie durch neue Innovationsansätze Unternehmen schneller und effizienter Neues vorantreiben

mio02-2013> Open Innovation

Ideen müssen keine Utopie mehr bleiben: Gemeinsam mit anderen Partnern werden sie entwickelt und umgesetzt. Das ist Open Innovation.

Typische Sätze, wenn es um Innovation geht. Gerade wenn technologische Veränderungen anstehen, wenn sich Märkte und Geschäftsmodelle verändern, wenn sich Kundenwünsche entwickeln, die vorher nicht da waren, ist Innovation gefragt.

Nicht nur die Verbesserung des Bestehenden, sondern radikale Innovation: Produkte, für die es noch keine Märkte gibt, Dienstleistungen, die niemand für möglich hält und Marktstrategien, die bis vor kurzem undenkbar waren. Was tun, wenn man als kleines oder mittelständisches Unternehmen nicht die Kapazitäten und Mittel hat, um mit den „Big Playern“ der Industrie mitzuhalten? Den Kopf in den Sand stecken? Resignieren und hoffen, dass alles vorübergeht und am Ende doch so bleibt, wie es war?

Open Innovation stellt eine Alternative dar. Statt ausschließlich die eigenen Ressourcen in Innovationsprojekte zu stecken, suchen sich Unternehmen Partner. Dies können technische Partner sein, die einen Teil potentieller neuer Lösungen entwickeln können oder aber auch andere Anwendungspartner, die ähnliche Anwendungsfälle in anderen Märkten bedienen. Durch diese übergeordneten Ansätze entstehen Ideen, die vorher kaum für möglich gehalten wurden. Das Beste daran: Diese Ideen bleiben keine Utopien, sie werden gemeinsam entwickelt und gemeinsam umgesetzt.

Vodafone Deutschland hat gemeinsam mit der Beratungsfirma „Die Ideeologen“ im Mai 2013 ein solches Programm gestartet. Es ist das erste Open- Innovation-Programm für digitale Geschäftsmodelle. Unternehmen aus Branchen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, entwickeln dort gemeinsam Innovationen: Betreibergesellschaften von Radiosendern, Zeitungsverlage, Industriekonzerne, Finanzdienstleister und Unternehmen aus der Tourismusbranche. Eine erste gemeinsame Innovation: Eine branchenübergreifende Plattform für den Zukunftsmarkt Smart Sharing. Neueste Telekommunikationstechnologien machen es möglich, dass Fahrzeuge, Immobilien, aber auch Gegenstände wie beispielsweise Baumaschinen künftig einfacher geteilt werden können. App aufrufen, freie Kapazitäten in der Umgebung suchen, stundenweise buchen. Auf diese Art und Weise verändern sich Märkte und Geschäftsmodelle. Für Medienbetreiber ergeben sich hier potentielle Wachstumsmärkte. Letztlich ist ihr Hauptprodukt Aufmerksamkeit, die es zu vermarkten gilt. Für die Tourismusbranche ergeben sich interessante Geschäftsmodelle durch das Sharing von freien Ressourcen in Urlaubsgebieten und die Industrie kann hier komplett neue Betreibermodelle entwickeln. Durch den Open-Innovation-Ansatz entwickeln die Unternehmen eine gemeinsame Plattform, auf der das Geschäftsmodell realisiert wird. Was Sie nur noch tun: Das sogenannte Front End – also das, was der Nutzer sieht – und die konkreten Ausprägungen des eigenen Geschäftsmodells anpassen. Alles andere ist standardisiert.

Ein zweiter Ansatz ist der Einsatz von Open Innovation Tools in der Cloud. Statt Ideen nur im eigenen Unternehmen zu suchen, werden Kunden, Lieferanten und Partner mit eingebunden. Einen Ideenwettbewerb gemeinsam mit Kunden führte beispielsweise die Degussa-Bank im Jahr 2012 durch. Mehr als 300 Ideen kamen von eigenen Mitarbeitern und Kunden. Maggie setzte bei der Entwicklung neuer Fertiggerichte ebenfalls auf die Ideen seiner Kunden, und die Deutsche Bahn zeigte Kundennähe, indem sie Geschäftsreisende Angebote mitentwickeln ließ. Ein Open-Innovation-Ansatz über Tools wie den CoCreator der „Ideeologen“ ist mehr als nur eine reine Kostenersparnis. Die Ideen werden besser, weil Sichtweisen von außen einfließen. Lieferanten haben oft andere Ideen als man selbst und ein natürliches Interesse daran, Ideen zu entwickeln, die auch bei ihnen zum Teil zu Wachstum führen. Ideenwettbewerbe mit Kunden haben einen positiven Nebeneffekt: Das Image des eigenen Unternehmens als besonders kundennah und kundenfreundlich steigt. Und wenn es ein Unternehmen schafft – wie die RheinEnergie AG in Köln – einen großen Teil der Öffentlichkeit einer Stadt zu mobilisieren, wird aus einem Ideenwettbewerb ein mächtiges PR-Tool.

Open Innovation bietet Unternehmen große Chancen. Gerade in dynamischen Märkten sind einzigartige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle Wettbewerbsvorteile. Als Brancheninsider, der man zwangsläufig wird, verliert man irgendwann den Blick für Innovationen, die sich wirklich von der Branche abheben. Open Innovation hilft dabei, den Blick späterer Nutzer in die Entwicklung mit einfließen zu lassen – die Grundlage für radikale Innovationen.


Mehr Power aus sauberen Quellen:

23,5 Prozent des in Deutschland verbrauchten stroms wurden im Jahr 2012 aus erneuerbaren Energien erzeugt. 1990 belief sich dieser Anteil lediglich auf 3,4 Prozent. Quelle: Bundesumweltministerium.


Empfehlen Sie uns weiter

© 2019 mio-magazin.de ist eine Website des Marketing Clubs Regensburg e.V.