Diskretion, Empathie und Leidenschaft

mio01-2014> Ghost Writing

Ghostwriting funktioniert nur, wenn man absolut diskret arbeitet, sich für die Ideen des Auftraggebers begeistern kann – und sich in die dahinter stehende Persönlichkeit hineindenkt und -fühlt.

Ghostwriter? Sind das nicht diese halbseidenen Gestalten, die Doktorarbeiten für andere schreiben? Die Biografien von B - und C -  Promis verfassen und dafür gerne sämtliche Ansprüche an Stil, Inhalt und Relevanz vergessen?

Stimmt. Solche gibt es auch. Aber das sind die wenigsten. Denn hinter dem schillernden Markt der Buchbranche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine seriöse Schreibszene etabliert, die in bestimmten Branchen nicht mehr wegzudenken ist. Ohne Ghostwriter könnten viele gute Ideen gar nicht erst publiziert werden – ganz gleich, in welchem Genre. Ghostwriting ist hier eine Dienstleistung, die gern und unverkrampft in Anspruch genommen wird.

Das Prinzip ist eigentlich ganz simpel: Ein Auftraggeber hat ein interessantes Thema und möchte dazu ein Buch oder einen Fachbeitrag schreiben. Ihm fehlen jedoch Zeit, die Fähigkeit, sich schriftlich sicher auszudrücken oder die nötige Struktur für den dramaturgischen Aufbau. Genau dafür holt er sich Unterstützung in Person eines Ghostwriters. Der macht nichts anderes, als die Ideen, das Wissen, die Gedanken und Visionen des Auftraggebers zu ordnen und in angemessener Sprache und geeignetem Stil zu erzählen.

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Denn ein wichtiges Detail fehlt noch: Empathie. Die persönliche Ebene ist nämlich der entscheidende Faktor in der Zusammenarbeit zwischen dem Auftraggeber auf der einen und dem verborgenen Schreiber auf der anderen Seite. Stimmt die Chemie nicht, sollten beide die Finger davon lassen! Immerhin muss der Ghostwriter sich über einen längeren Zeitraum in seinen Auftraggeber hineinversetzen, seine Motivation verstehen und seine Ideen nachempfinden können. Dazu gehören typische Sprachmuster ebenso wie Emotionen, Herkunft und Ziele. Der Auftraggeber muss umgekehrt seinem Ghostwriter unbedingt vertrauen können. So ein enges Verhältnis wächst nur in intensiven Gesprächen, die vor dem Beginn der sichtbaren Arbeit stattfinden.

Ist man sich einig geworden, läuft buchstäblich alles nach Plan: In der ersten Arbeitsphase entwickelt der Ghostwriter ein detailliertes Konzept mit ausführlichem Inhaltsverzeichnis und einer Textprobe. Stimmt der Auftraggeber zu, kann das Werk in individuell abgestimmten Arbeitsblöcken wachsen. Wichtig in dieser Phase ist der regelmäßige Austausch zwischen Autor und Ghostwriter, um stets auf dem gleichen Stand zu sein. Am Ende steht das fertige Manuskript, das nur unter dem Namen des Autors publiziert wird. Der Ghostwriter taucht nicht auf – er bleibt ein Geist, der allenfalls in der Danksagung erwähnt wird. 

Und die Kosten? Sie hängen von mehreren Faktoren ab: Der vorgegebene Zeitrahmen spielt eine große Rolle, auch der geplante Umfang des Werkes. Die Vorarbeit des Auftraggebers gehört ebenso dazu: Ist alles gründlich recherchiert – oder soll der Ghostwriter hier zusätzliche Aufgaben übernehmen? Gibt es schon ein Manuskript als Arbeitsgrundlage – oder vielleicht nur eine Idee? Hinzu kommen die gewünschte Frequenz der Treffen, Interviewtermine und andere individuelle Wünsche des Auftraggebers. Alles wird vorab kalkuliert und fließt in ein verbindliches Angebot ein. So können beide Parteien genau abschätzen, was auf sie zukommt – und entscheiden, ob man sich auf den spannenden gemeinsamen Weg einlässt.


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